1. Unterkunft

Die ersten drei Wochen in Hermanus habe ich direkt in Hermanus im Stadtteil Northcliff bei unserer Managerin Rina und ihrem Sohn Rudolph (17) gewohnt. Das Haus ist ziemlich gross mit noch groesserem Garten; Kueche, Essraum, Wohnzimmer, zwei Baeder, ... Ich hatte mein eigenes Zimmer mit eigenem Bad. Mein Zimmer war sogar mit zwei Betten bestueckt und einem sehr grossen Kleiderschrank, den ich mit meinen wenigen Habseligkeiten kaum zu befuellen wusste. Die Betten hatten nur eine Matratze aus einem Material, so leicht, dass man sie mit dem kleinen Finger hochheben konnte. Am Bad hatte ich NUR Folgendes auszusetzen: Haupteinwohner sind Spinnen, Kakerlaken und Ameisen; so viel Dreck auf so wenig Flaeche hab' ich selten gesehen - hab' erst mal den Putzlappen in die Hand genommen; und die Badewanne hat leider zwei verschiedene Wasserhaehne und keine Brause, was das morgenliche Waschritual etwas verkompliziert hat. Aber darueber will ich mich nicht beschweren.

Die Kueche allerdings ist ein Disaster. In den Schraenken (inklusive Kuehlschrank) gibt's nichts, keinen Reis, keine Nudeln, keine Kartoffeln, kein Suppenpulver, nichts Brauchbares. Der Boden ist vor lauter Dreck nicht mehr zu sehen, das Geschirr wird mit Glueck alle 3 - 4 Tage abgespuelt, der Muell stinkt und im Spuellappen befinden sich seltsame Haare, Wollmaeuse und Blaetter. Zusammen gegessen oder gekocht wird nie, sonstige "Familienrituale" existieren nicht. Ich war also voellig auf mich alleine gestellt, bei allem was ich wollte. Jeder von uns drei hat fuer sich gekocht und gegessen (und ich koche sehr ungern nur fuer mich allein - was zur Folge hatte, dass ich mich nicht besonders gut ernaehrt habe), und selbst vor'm Fernseher hab' ich mich immer alleine wieder gefunden.
Ich hatte da zwar alles, was ich brauchte, aber wirklich wohl gefuehlt habe ich mich nicht. Hinzu kam auch noch, dass Rina ein Workaholic ist und erst gegen 21h00 nach Hause kommt und Rudolph den ganzen Tag mit seinem Skateboard verbringt. Mit mir geredet hat auch keiner. Wenn ich ein Gespraech angefangen habe, wurde notduerftigst geantwortet und das war's. Naja, ich freute mich irgendwie auf meinen Umzug...

Bild: Rinas Haus in der Duikerstreet.

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