Beispiele aus dem Arbeitsalltag

Mittlerweile bin ich - meiner Ansicht nach - ziemlich gut in einen sogenannten Arbeitsalltag reingekommen. Es gibt eigentlich nicht mehr viel Neues fuer mich, ich habe meine eigenen Sachen/ Faelle/ Aufgaben und kann mir die Zeit meistens ganz gut alleine "vertreiben". Ich moechte ein paar (typische) Beispiele nennen, damit ihr euch ein bisschen vorstellen koennt, was ich von Morgens um 08h00 bis Abends um 16h30 so treibe:

Fallarbeit:
Im Moment habe ich 10 eigene "offene" Faelle, die ich zu bearbeiten habe. Zwei habe ich diese Woche abgeschlossen (das war einmal Hilfe bei einer Bewerbung im Altenheim, hab' den Platz bekommen aber die alte Frau war nicht dazu zu bewegen, dahin zu ziehen; und ein Eheproblem, das das Kind (9 Monate) betroffen haette, Kind wurde zu Grosseltern umgesiedelt, wodurch sich meine Aufgabe, das Kind zu "beschuetzen", erledigt hatte). Generell bedeutet das, ich muss meistens die Betroffenen zu Hause/ bei der Arbeit/ in der Schule/ im Kindergarten/ im Krankenhaus, in der Clinic etc. besuchen und nach allem, was ich getan habe, sogenannte "process notes" in die Akten schreiben und dabei nicht den Ueberblick im Aktenchaos verlieren. Ausserdem fuehre ich tausende Telefonate mit den kuriosesten Menschen, schreibe Briefe und Faxe und fahre ganz ordentlich in der Weltgeschichte herum...

Meine anderen Faelle sind (momentan):
1. Zwei aehnliche Faelle, wo das Kind jeweils nicht in den Kindergarten kommt obwohl angemeldet -> muss rausfinden, warum und ob moeglicherweise Vernachlaessigung zu Hause der Grund ist -> gegebenenfalls das Kind umsiedeln.
2. Zwei aehnliche Faelle, die ich an Sozialarbeiter in Port Elizabeth und Rustenburg weitergeleitet hab' -> jeweils junges Maedchen will Vater oder Mutter hier besuchen und wird dort nicht gelassen -> Grund rauskriegen, ist vielleicht haeusliche Gewalt oder so.
3. Ein unterernaehrtes Baby, das ich per Gericht in ein Hospiz gebracht habe, wo es langsam aufgepaeppelt wird -> Mutter muss noch Ernaehrungstraining machen -> sobald Baby wieder zu Hause muss ich beurteilen, ob das geht oder es umgesiedelt werden muss aufgrund von Vernachlaessigung.
4. Ein Baby, das jeden Monat seit der Geburt mit starkem Husten, Durchfall und Lungenentzuendung ins Krankenhaus eingewiesen wurde -> rausfinden, ob Kind stark vernachlaessigt wird.
5. Hilfe bei einer Bewerbung fuer ein Behindertenheim -> wir warten auf die Ergebnisse des ersten Treffens, wo ich mit dem Betroffenen war -> wenn erfolgreich, dann alle weiteren Schritte einleiten.
6. Eine junge Frau hat im August 2006 einen Personalausweis beantragt (dauert ca. 6 Monate) -> rausfinden, ob sie den jetzt hat -> dann helfen, Behindertengeld fuer ihr Kind zu beantragen (geht nur mit Ausweis).
7. Zwei Vaeter wollten Mutter, getrenntlebend, keinen Unterhalt fuer drei gemeinsame Kinder zahlen -> haben sich arrangiert -> ueberpruefen, ob das eingehalten wird und gegebenfalls rechtliche Schritte gegen Vaeter einleiten.
8. Einen "alten" Fall (Mutter trinkt und vernachlaessigt Kinder, hat sich mit Vater geeinigt, dass die Kinder zu ihm koennen) an einen "Eye-Volunteer" zur Ueberwachung uebergeben (die "Eyes" sind Freiwillige, die zu unserer Entlastung immer wieder Familien ueberpruefen).
Pflegekinder & -familien:
Zandile hat in Zwelihle ca. 95 Pflegekinder (per Gerichtsbeschluss umgesiedelt). Diese muessen alle sechs Monate ueberprueft werden: Fuehlen sich die Kinder/ Jugendlichen (noch) wohl, kommen die Pflegeeltern mit ihnen zurecht, was haben die Lehrer fuer einen Eindruck, etc. Meine Aufgabe ist, alle Akten (...) durchzusehen und, wenn noetig, den entsprechenden Bericht mit und von den entsprechenden Lehrern in der jeweiligen Schule zu bekommen.

Research:
Mein ganz eigenes Projekt ist, ein "community profile" zu erstellen, bzw. anhand einer Umfrage ein Dokument zu erstellen, das Hauptprobleme (in Haushalt, finanziell, sozial/ gesellschaftlich, in Schulen/ Kindergaerten, gesundheitlich, rechtlich, etc.) und deren Ursachen der Einwohner von Zwelihle (24.000) definiert. Ich habe dafuer bisher einen Fragebogen erstellt. Naechster Schritt ist, Freiwillige zusammen zu suchen, die (mit mir) die Befragungen durchfuehren. Um eine repraesentative Aussage zu bekommen, muessen wir in alle 13 Viertel gehen und mindestens ca. 1.200 Boegen ausfuellen. Danach kommt die Auswertung und der Bericht...

HIV/ AIDS Training:
Am Montag faengt ein Training (zwei Wochen lang) fuer Freiwillige an, die sich - aehnlich wie die "Eyes" - um ihnen von uns zugewiesene Familien "kuemmern". Allerdings geht es hier um Familien (Kinder), die von HIV oder AIDS betroffen oder infiziert sind. Dafuer habe ich 25 Leute interviewt (das ist schliesslich eine sensible Aufgabe, die nicht jeder machen kann). Ich werde zusammen mit den 25 am Training teilnehmen, denn in der Hinsicht konnte ich aufgrund von mangelnden Kenntnissen noch nicht viel machen.

Bild: Mein Schreibtisch, wenn ich arbeite.

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