Bunter Mix

Die Leute, die ich zu meinem engsten Freundeskreis zaehle, sind alle unterschiedlichster Herkunft (oertlich und kulturell) und Hautfarbe. Das macht unser Zusammensein manchmal sehr interessant, doch meistens macht es das einfach nur sehr angenehm und sogar lehrreich.
Aus der "KjG" moechte ich vorstellen: Christy aus Zimbabwe; Sarah, Coloured; Thapelo, Sotho aus Pretoria; Sebastian, Inder; Juanita, Weisse; Julian, Mix aus allem oder so; Naties, Coloured.

Durch Christy habe ich noch Angel und Footer aus Tanzania; Unice, Zulu aus KwaZulu Natal; Theron, Xhosa; und Nicholas aus irgendwo in Afrika kennen gelernt.

Ansonsten oft dabei und Freunde von uns sind: Lesley, Weisse; Billy, Weisser; Grant, Weisser; Freddy und Victor, Prediger aus der Demokratischen Republik Kongo; David, Weisser; und Lauren, Coloured.


Was meine ich mit interessant?

Eines schoenen Sonntags haben wir beschlossen, nach der Kirche gemuetlich bei Sebastian in Fisherhaven zu Mittag zu essen und einen Film anzuschauen. Thapelo, Naties, Sebastian und ich sind in den Supermarkt gegangen, um ein Huehnchen und Brot dazu zu kaufen. Wir wurden ausnahmslos von allen Leuten angeschaut - so a la "was machen DIE denn zusammen da?". Da kann man dann schoen beobachten, anhand der Gesichtsausdruecke, in wessen Koepfen noch Apartheidsgedanken spuken... Aber wir vier haben uns koestlich amuesiert und haben entsprechende Leute einfach nur angegrinst und ihnen gezeigt, dass wir zusammen gehoeren.


Christy hat in den letzten Wochen zwei groessere Grillpartys gegeben. Jedes Mal waren ungefaehr die gleichen Leute da, die kulturelle Vielfalt kann wohl kaum ueberboten werden. Ich habe mich da sehr wohl gefuehlt, denn es gibt doch nicht soo viele Situationen, in denen ich nicht die einzige Weisse unter ausschliesslich Schwarzen oder Coloureds bin. Das gilt selbstverstaendlich nicht fuer unseren Jugendtreff, die Kirche und das Buero. Bei einer der genannten Partys fanden wir uns irgendwann mitten in der Nacht in einem Gespraech ueber den Einstieg ins Erwachsenenleben etc. wieder. Wir, das waren Christy, Angel, Naties, Thapelo, Theron, Lesley, Sebastian, Billy und ich. Die Zusammenfassung unserer Unterhaltung sah ungefaehr so aus:

In Tanzania werden sowohl Maenner als auch Frauen im Alter von ca. 14 Jahren beschnitten, das macht sie zum Mann und zur Frau (laut Angel). In Hawston (nicht unbedingt stellvertretend fuer alle Coloureds) wird man zum Mann, wenn man einmal richtig uebel kriminell war, also Drogen genommen hat, irgendwo eingebrochen hat, jemanden verletzt hat, und moeglichst viele Maedels "gehabt" hat (laut Naties). Sothos lassen sich nur noch beschneiden, wenn sie "nicht modern" sind; aber alle jungen Maenner gehen in eine Art Schule, wo sie ueber Verhaltensweisen etc. von Maennern aufgeklaert werden (laut Thapelo). Xhosas muessen sich beschneiden lassen (die Maenner) und ebenfalls diese Art von Schule besuchen, um als Mann anerkannt zu werden (laut Theron). Weisse Suedafrikaner beweisen sich hingegen durch Trinkfestigkeit und erfolgreiches Rugbyspielen im Alter von 12 Jahren (laut Billy)... Das ist natuerlich eine ziemliche Bandbreite an "Moeglichkeiten". Doch wir sind uns einig geworden, dass es nicht darum geht, sich irgendwie zu beweisen (koerperlich), sondern darum, zu wissen, wie es sich als Mann (Gentleman) zu verhalten gilt - gegenueber dem anderen Geschlecht, aber auch gegenueber Aelteren und Kindern. Thapelo meinte "wer als "boy" aufwaechst und nie lernt, was es heisst ein "man" zu sein, wird sich immer wie ein "boy" verhalten". Und ich glaube, da gebe ich ihm Recht...


Aber auch sonst geniesse ich diesen Freundeskreis, denn um was es auch immer geht, jeder vertritt seine Meinung mit einem anderen kulturellen Hintergrund und Erfahrungen, und doch haben wir jede Menge Spass trotz manchmal grossen Differenzen bezueglich eines Inhalts... :-)


Bild: Christy's Geburtstag/ sie und "ihre" Maenner

Hinten von links: Nicholas, Theron, Julian, David, Grant (und Unice, die sich ins Maennerbild geschmuggelt hat). Vorne: Naties, Thapelo, Sebastian, Footer. Christy in der Mitte.

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