Urlaub 4

Mittwoch:

Wir sind so richtig aufgebrochen und haben unsere Reise begonnen. Entlang der Westkueste sind wir gen Norden gefahren bis zum Buffelsfontein Game Reserve, einem kleinen privaten Park. Dort haben wir uebernachtet und am Nachmittag noch einen kleinen Abstecher nach Langebaan unternommen. Langebaan ist ein niedliches kleines Staedtchen mit einem tollen Strand und sogar waermerem Wasser durch die Lage in einer Bucht. Der Wind hat uns aber einen Strich durch die Rechnung gemacht, endlich mal am Strand liegen zu koennen, denn der war so unangenehm, dass uns nichts anderes uebrig blieb, als uns in ein Cafe zu setzen und ein Bier zu trinken.

Donnerstag:
Im Buffelsfonteinpark hatten wir so eine Art eigenes kleines Haeuschen, mitten im Park. Mit der Hoffnung auf eine Giraffe vor der Tuer beim Aufziehen der Vorhaenge sind wir aufgestanden - und haben natuerlich keine Giraffe vor der Tuer gehabt. Wir haben dann zu zweit eine Tour bekommen, in einem riesigen Tarnfahrzeug. Ok, es sah getarnt aus, aber die Geraeusche, die es produziert hat, waren alles andere als getarnt... Genauer gesagt haben diverse Antilopen etc. schon in der Ferne Kehrt gemacht. Aber nichts desto trotz haben wir Gnus, Zebras, jede Menge Antilopen und Straussen, einen leider eingezaeunten Loewen und vier Giraffen gesehen. Die Giraffen haben mich am meisten gefreut, denn die fehlten mir noch "auf meiner Liste". Ich glaube, das sind die Tiere mit den schoensten Augen... Sehr tolle Tiere!

Nach der Tour sind wir gleich weitergefahren und haben eine ziemlich lange Distanz bis nach Springbok zurueckgelegt. Wir wollten bis dahin kommen und haben das auch geschafft. Da oben war es ultra heiss, aber immerhin hatte unser Gaestehaus eine Klimaanlage. Auch sonst war das Gaestehaus nicht von schlechten Eltern: Wir hatten zu zweit ein riesiges Doppelbett plus Einzelbett, Bad, Klimaanlage, Fernseher, alles was man sich wuenscht und dazu liebevoll dekoriert. Nicht zu vergessen: Die Suedafrikaner lieben Kissen, und so hatten auch wir unzaehlige Kissen im Zimmer (die passen gar nicht alle ins Bett).

Freitag:
Unser Reiseziel fuer den Tag hiess Fish River Canyon. Laut Reisefuehrer ist das der zweitgroesste Canyon nach dem Grand Canyon in den USA, im Sueden von Namibia gelegen. Von Springbok aus ein ordentliches Stueck weg, und ein gutes Drittel der Strecke auf ungeteerten Strassen. Das Abenteuer begann mit der Ueberschreitung der Grenze nach Namibia...

Auf unserer Karte war der Grenzort so eingezeichnet, dass man gut und gerne ein kleines Staedtchen dort vermuten koennte, wo man tanken kann und ein Sandwich zum Mittagessen bekommen kann. Tja, falsch gedacht. Da gab's wirklich nur ein paar Haeuser, ein Schild zu 'nem Campingplatz (wobei ich mich frage, wer DA campen will) und die Grenze. Die Grenze besteht aus einer ueberdachten Durchfahrt und vier Containern, die mit Nummern beschriftet sind. Je nachdem, wo man herkommt, wird man dann z.B. in Office Nr. 1, 2, 3 und 6 geschickt. Man bekommt eine Handvoll kleine Zettelchen mit, die einem nach und nach abgenommen werden oder eine Unterschrift drauf gekritzelt wird oder ein Stempel drauf gehauen wird. Dann darf man weiter fahren. (Ich hatte echt Mitleid mit den Angestellten, denn die Temperatur war echt unangenehm und dazu sitzen die noch im absoluten Nichts, weit entfernt von allem was man Zivilisation nennen kann). Nach ein paar Kilometern kommt man zum Namibischen Teil der Grenze. Da sind die Gebauede immerhin mehr als Container. Man parkt, geht durch die erste Tuer, wandert von Schreibtisch zu Schreibtisch, muss alle moeglichen Formulare ausfuellen und vor allem - GANZ WICHTIG - immer und ueberall seine Passnummer, seine Telefonnummer und sein Autokennzeichen angeben. Waehrend unsere Unterlagen da bearbeitet werden, sehe ich zahlreiche Hinweise, die einem dringend ans Herz legen, MINDESTENS zwei Ersatzreifen mitzufuehren, bei jeder moeglichen Gelegenheit zu tanken und wenn moeglich sogar einen Kanister Benzin mitzufuehren. Das stimmt einen nachdenklich, vor allem im Bewusstsein, weder einen Kanister, noch ein zweites oder drittes Reserverad zu besitzen...

Hinter der Grenze finden wir dann tatseachlich eine Tankstelle und folgen dem Rat aller und tanken voll. Hier bekommen wir auch eine Art Mittagessen, halten uns aber nicht lange auf. Wir fahren los. Vor uns erstreckt sich eine endlose schnurgerade Strasse, rechts und links nichts. Ok, Felsen, Erde und ein Zaun, aber eigentlich ist das nichts. Laut unserer Strassenkarte vermuten wir die ungeteerte Strasse erst spaeter, doch als wir abbiegen hoert der Teer nach nur 5m ploetzlich auf. Zum ersten Mal kommt uns der Gedanke, dass wir uns wirklich gluecklich schaetzen koennen, ein anderes Auto zu haben... Wir fahren und fahren und fahren. Immer geradeaus, konstant 40km/h. Nach einer Weile erhoehen wir das Tempo auf 60km/h, man wird selbstsicherer auf der Strasse. Rechts und links sieht man gelb, hinten raus nichts als Staub, vorne nur eine graue, wie mit dem Lineal gezogene Linie, die "Strasse". An einer Kreuzung koennen wir entweder zum unteren Ausgang des Canyons oder zum oberen Einstieg fahren. Unsere geplante Unterkunft befindet sich oben, unten soll aber auch spektakulaer sein und laut Karte sieht die Strasse besser aus. Also fahren wir Richtung Ausgang. Die Strasse gestaltete sich eher als holprig, steinig, schlecht befahrbar, wir fahren sie trotzdem. Unten angekommen ist der Eingang zum "Dorf" durch eine Schranke gesperrt:

DIE Information haette man ja auch mal frueher bekommen koennen, nicht erst nachdem man sich stundenlang ueber diese Strassen gequaelt hat... Uns blieb nichts anderes uebrig als auf dem Absatz kehrt zu machen und unser eigentliches Ziel, Hobas, anzusteuern. Den halben Weg wieder zurueck und eine noch laengere Strecke voller Strapazen und gefuehlter Schmerzen fuer die Reifen bis zum Gaestehaus. Aber wir kamen heil an, kein platter Reifen, genug Benzin. Und obwohl der Himmel pechschwarz war - der Regen kam auch! - haben wir uns noch ca. 2 Minuten in den Pool gesetzt (dann kam der Regen schon). Was ein Tag!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Leo, Leo....viel zu wenig Foto's....