Camp 5 - Miracles

Toby hat am Donnerstag vor dem WE gesagt, dass er sich wuenscht, Wunder zu sehen oder zu erleben; Wunder, die Gott in diesen Kids wirkt. Ich denke, dieser Wunsch ist in Erfuellung gegangen. Die Veraenderung, die in vielen dieser Kids vorgegangen ist, ist echt erstaunlich, vor allem in dieser kurzen Zeit. Und ich glaube, keiner hat damit wirklich gerechnet, nur gewuenscht. Unsere Aufgabe vom Team war, die Kirche, Religion, Gott oder Jesus Christus nicht zu erwaehnen. Schliesslich haben alle diese Kids bisher gar keinen Zugang dazu gehabt und wir wollten sie damit nicht “verjagen”. Aber wir sollten ihnen vorleben, zeigen, was es heisst und ausmacht, Christ oder Christin zu sein, am besten so, dass sie sich auch entsprechend verhalten. Gesagt, getan, wir haben uns daran gehalten. Das einzige, was auf eine Zugehoerigkeit zur Kirche “hingedeutet” hat, war die Musik. In der Freizeit haben sich oft Thapello am Keyboard, Naties am Mikrofon, William an der Gitarre und einige andere drumherum zusammengefunden und Musik gemacht. Alle Lieder waren eindeutig Kirchenlieder, aber schwungvoll, lebendig und bewegend. Das war der erste Part, in dem die Kids in dieser Richtung “mitgewirkt” haben.

Dann waren da Nina, Anthony und ein paar andere. Sie kamen jeder einzeln irgendwann waehrend des WE zu uns und sagten uns, sie wollten ihr Leben aendern, weg von den Drogen, ihr Leben ab jetzt in Gottes Haende legen. Alle waren nicht getauft. Nina hat sogar noch dazu gesagt, dass sie sich wuenscht, dass Vanessa und ich (!) sie auf diesem Weg begleiten. Ich war nicht nur verbluefft und erstaunt, sondern auch geruehrt und irgendwie sprachlos. Erstens hatte ich mit so etwas nicht gerechnet, und zweitens nicht damit, dass ich da mit involviert werden wuerde. Wir sind dann in einen separaten Raum gegangen, und Vanessa hat dann Nina erst mal ganz knapp erklaert, was es mit Jesus Christus und seinem Tod ueberhaupt auf sich hat. Als wir dann fuer sie gebetet haben, hat sie angefangen zu weinen – aber es waren Traenen der Freude und der Erloesung. Von dem Augenblick an ist sie nicht mehr wie bisher mit gesenktem Kopf und scheu durch die Gegend gelaufen, sondern stolz, laechelnd und selbstsicher. Sie hat sich auf die Buehne gestellt, das Mikrofon in die Hand genommen und angefangen zu singen. Sie war von da an ein anderer Mensch.

Am Sonntag Mittag, bevor der Bus die Kids wieder abgeholt hat, hat Reinier den Kids noch eine Botschaft mit auf den Weg gegeben, die mich auf's neue beruehrt hat. Unsere ganzen sonst so aufgedrehten und kaum still zu bekommenden Kids sassen in diesem Moment mucksmaeuschenstill vor Reinier und haben seinen Worten gelauscht. Er hat ihnen eine Geschichte von einem Mann erzaehlt, der waehrend einer grossen Flut mit keinem der Boote mitfahren wollte, weil er an Gott glaubt und ihm vertraut, dass er ihn rettet. Er ist ertrunken. Als er dann vor Gott stand, hat er ihn gefragt, warum er ihn nicht gerettet haette. Gott erwiderte daraufhin nur: “Wie viele Boote sollte ich dir noch schicken, damit du in Sicherheit bist?” Reiniers Botschaft war, dass dieses WE vielleicht da letzte Boot fuer die Kids sei, und dass sie diese Chance ergreifen koennen und sollen, um ihr Leben wieder in die richtige Bahn zu lenken. Er bat dann alle die, die ihr Leben aendern wollten, nach vorne zu kommen. Bis auf vier (!) standen alle auf. Als wir vom Team einen Kreis um die Mutigen gebildet hatten und Reinier ein Gebet fuer sie gesprochen hat, kam alles aus ihnen raus. Nicht nur die Kids, selbst der starke Julian und einige andere vom Team hatten Traenen der Ruehrung und der Erloesung in den Augen. Diesen Moment kann ich kaum beschreiben, aber er hat das Leben vieler der Anwesenden veraendert...

Bild: Wunderkind Nina und William

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Der Text erinnert mich irgendwie an die Heilungs Evangelisation bei uns in Freiburg ...